Rückenmarksnahe Stimulation

Trotz modernster Therapieverfahren entwickelt sich in Folge einer Wirbelsäulenerkrankung bei einigen Patienten ein nur schwer behandelbares Beinschmerzsyndrom. Eine mögliche Ursache ist, dass sich die durch einen Bandscheibenvorfall gequetschten Nervenwurzeln nur unzureichend erholen. Es kann aber auch eine Schädigung durch Mehrfachoperationen im Wirbelsäulenbereich zugrunde liegen. Unser Team im Wirbelsäulenzentrum am Stiglmaierplatz begleitet gerade diese Patienten intensiv, um ihre Schmerzen durch moderne elektronische Verfahren zu lindern. 

Nach 1 bis 2 Jahren mit entsprechendem Schmerzsyndrom ist mit einer spontanen Erholung nicht mehr zu rechnen. Stattdessen wird das Schmerzgedächtnis im Gehirn aktiviert, was zu einer  chronischen Schmerzerkrankung mit entsprechenden psychischen wie sozialen Folgeerscheinungen führt. Eine nebenwirkungsreiche Therapie mit hochwirksamen Schmerzmitteln, meist aus der Gruppe der Morphine, ist häufig der einzige Ausweg. 

In einem früheren Stadium besteht jedoch bei bestimmten Patienten die Möglichkeit, durch künstliche Stromimpulse, vergleichbar mit einem Herzschrittmacher, gezielt diejenigen Fasern der erkrankten Nervenwurzel zu blockieren, die Schmerzimpulse leiten. Diese sogenannte Rückenmarksstimulation (Spinal Cord Stimulation) trägt erheblich zur Schmerzlinderung bei.

Das System besteht aus einer Elektrode und einem geeigneten Impulsgeber, der weitgehend mit dem eines Herzschrittmachers identisch ist. Unter Kurznarkose wird die Elektrode unter sterilen Bedingungen in den knöchernen Rückenmarkskanal eingebracht. Anschließend wird sie an der zur Stimulation geeigneten Stelle auf der Umgebungshaut des lumbalen Nervenwassersacks platziert. In den folgenden drei Tagen wird im Krankenhaus eine möglichst optimale Dauer und Stärke der Stromimpulse ermittelt, die über einen externen Impulsgeber verabreicht werden. Erst nach erfolgreicher Testung wird in einem zweiten Kurzeingriff der endgültige Stimulator in der Bauchdecke eingesetzt und an die dann ebenfalls unter der Haut versenkte Elektrode angeschlossen. 

Ob dieses Verfahren auch für Sie geeignet ist, kann nur Ihr Arzt sagen. Für ein persönliches Gesprächs vereinbaren Sie bitte Ihren individuellen Termin im Wirbelsäulenzentrum am Stiglmaierplatz.