Kaudale Überflutung

Tiefsitzende Rückenschmerzen lassen sich behandeln, indem ein Gemisch von entzündungshemmenden und lokal schmerzstillenden Substanzen unmittelbar in den Rückenmarks- oder Spinalkanal eingebracht wird.

In den letzten Jahren wurden unterschiedliche Verfahren entwickelt, unter anderem das weit verbreitete Katheterverfahren von Prof. Racz (Racz-Katheter). Dabei wird ein Katheter unmittelbar am unteren Ende der Wirbelsäule im Kreuzbeinbereich eingeführt und für drei Tage belassen. Nachteile dieser Behandlungsform sind aber das hohe Infektionsrisiko und die Notwendigkeit, für den Zeitraum der Injektion im Krankenhaus zu bleiben.

Das von uns durchgeführte Verfahren der kaudalen Überflutung oder Blockade umgeht gerade diese Problematik. Über die nur von Haut bedeckte untere Öffnung des Wirbelkanals wird unter sterilen Bedingungen im OP eine dünne Nadel eingeführt, über die dann die entsprechenden Wirkstoffe eingeleitet werden können. Zur Sicherheit wird unter Röntgenkontrolle punktiert.

Zusätzlich wird vor der Gabe der Wirkstoffe die korrekte Lage zusätzlich kontrolliert, indem einige Milliliter Kontrastmittel in den Wirbelkanal gespritzt werden. Das typische Verteilungsmuster des Kontrastmittels wird dann mittels Bildwandler kontrolliert und elektronisch archiviert. Erst im Anschluss werden die eigentlichen Medikamente verabreicht. Die Wirkung tritt nach wenigen Minuten ein.

Nach Ende der Injektion wird die Nadel entfernt und ein steriler Pflasterverband angelegt. Das gesamte Verfahren, das regelhaft unter ambulanten Bedingungen im Wirbelsäulenzentrum am Stiglmaierplatz durchgeführt wird, dauert etwa 20 Minuten. Danach verbringen Sie 30 Minuten im Ruhebereich, wo Sie kontinuierlich durch unser Praxisteam überwacht werden. Nach der anschließenden Entlassung können Sie Ihre Alltagsaktivitäten sofort wieder aufnehmen. Im Regelfall ist bei bereits länger anhaltenden Beschwerden eine dreimalige Wiederholung dieser Behandlung im Abstand von jeweils 8 bis 14 Tagen angeraten.