ISG-Syndrom

Bei bis zu 25% aller Patienten mit Rückenbeschwerden ist die Ursache nicht in der Wirbelsäule sondern im sogenannten Iliosakralgelenk (ISG) zu finden. Bei Patienten, die bereits eine Operation an der Wirbelsäule hatten, ist der Anteil oft noch höher.

Das ISG ist ein Wackelgelenk zwischen Kreuzbein und Becken. Normalerweise ist der Bewegungsumfang sehr gering. Wenn aber durch einen Unfall oder Sturz, durch chronische Überlastung oder Fehlhaltung der Bandapparat gelockert oder verletzt wird, führt die Überbeweglichkeit zu hartnäckigen Beschwerden.

Die Schmerzen werden von vielen Wirbelsäulenärzten irrtümlich für ein Wirbelsäulenproblem gehalten und auch als solches monate- bis jahrelang falsch therapiert. Die erhoffte Besserung bleibt dadurch aus.

Oft ergeben sich im ausführlichen Patientengespräch bereits deutliche Anhaltspunkte für das Vorliegen eines ISG-Syndroms. Eine Reihe von Tests während der Untersuchung hilft herauszufinden, ob das ISG die Ursache der Beschwerden ist. MRT, CT und Röntgen können ebenfalls hilfreich sein.

Eine der zuverlässigsten Methoden ist es, unter Röntgenkontrolle ein Betäubungsmittel in das betroffene Gelenk zu spritzen und so vorübergehend eine sehr deutliche Besserung zu erreichen.

Diese Untersuchung sollte möglichst nur von einem mit dem Krankheitsbild vertrauten Experten durchgeführt werden.

Ein Interview mit unserem ISG-Experten Dr. Markus Donat lesen Sie hier.