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ISG: Endlich Schluss mit Rückenschmerzen

Werbe-Spiegel, 4/2016

Dr. Markus DonatISG. Hinter diesem Kürzel verbirgt sich das Iliosakralgelenk zwischen Kreuzbein und Becken. Dort entsteht häufig ein unerträglicher Dauerschmerz, der bis tief in den Gesäßbereich, den Rücken oder in die Beine ausstrahlen kann. Die gute Nachricht: Sobald richtig diagnostiziert, ist der Weg zur Beschwerdefreiheit nicht mehr weit. Zehn Fragen an den Neurochirurg und ISG-Experte Dr. med. Markus Donat.

 

1. Rückenleiden gehören zu den zweithäufigsten Leiden der Deutschen. Gibt es eine bestimmte Risikogruppe?

Das stimmt, etwa 60% - 80% der Bevölkerung leiden unter regelmäßigen Rückenschmerzen. Dabei gibt es keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Was aber auffällt: Die Patienten mit Rückenleiden werden immer jünger. Früher begannen die Probleme ab 40 Jahren. Jetzt sind die Patienten eher 30 Jahre oder sogar noch jünger. Meine jüngste Patientin mit einem Bandscheibenvorfall war gerade mal 13 Jahre alt. 

Iliosakralgelenk2. Was sind die Hauptursachen für Rückenschmerzen?

Rückenschmerzen haben viele Ursachen. Die häufigsten Auslöser sind sicherlich Muskelverspannungen aufgrund von Fehlhaltungen, einseitige Belastungen und natürlich auch mangelnde Bewegung. Das Problem entsteht immer dann, wenn Muskeln ungleichmäßig belastet werden. Das Körpergewicht spielt erstaunlicherweise dabei nicht unbedingt eine Rolle. Auch schlanke und sehr sportliche Menschen kann es treffen.

3. Ihr Spezialgebiet ist das Iliosakralgelenk (ISG). Was genau ist das?

Das ISG ist ein Wackelgelenk mit minimaler Beweglichkeit. Es stellt die Verbindung zwischen den beiden Bein­achsen und der Wirbelsäule her und hat in erster Linie eine stabilisierende Funktion. Im Ablauf des Gehens übernimmt es eine kleine federnde Funktion. Ist das Gelenk entzündet oder überbeweglich, beginnt oftmals ein langer Leidensweg. In der Medizin stand man dem ISG-Syndrom lange Zeit hilflos gegenüber. Es gibt noch wenig Spezialisten zu diesem Thema.

4. Warum wird ISG-Syndrom wird oft fälschlicherweise als Bandscheibenvorfall diagnostiziert?

Am menschlichen Rücken liegen viele Schmerzquellen. Auch Nerven, die beim Bandscheibenvorfall eine Rolle spielen. Tatsächlich werden aber 10% - 25% der Rückenschmerzen vom ISG ausgelöst. Und dieser Schmerz ist dem des Bandscheibenvorfalls sehr ähnlich. Das ISG kann die meisten Symptome imitieren, die auch von der Wirbelsäule ausgelöst werden. Allerdings setzt der Iliosakral-Schmerz etwas tiefer an: Unterhalb der Lendenwirbel, diffus am Gesäß. Er strahlt in der Leiste bis vorne aus, kann sogar bis in die Wade hinunter ziehen. Alles in allem ein unerträglicher Dauerschmerz.

Iliosakralgelenk5. Was sind die Ursachen für das ISG-Syndrom?

Das ISG-Syndrom ist oft Folge eines Traumas. Bei Männern tritt es nach Unfällen oder Stürzen auf, die auch schon länger zurückliegen können. Bei Frauen sind häufig Entbindungen der Auslöser. Jede Form der asymmetrischen Belastung kann zum Problem werden. Manchmal tritt die ISG-Symptomatik auch nach Wirbelsäulen-Operationen auf, wenn angrenzende Gelenke die Aufgaben der Wirbelsäule übernehmen. Wir sprechen von einer Anschluss-Degeneration.

6. Woran erkennen Sie es?

Die Patienten leiden zum Beispiel unter ausgeprägten Schlafstörungen, können nicht mehr liegen und sitzen, leiden einseitig stark unter Schmerzen. Diese Symptome sind für ein Rückenleiden untypisch, da man hier eher Probleme in der Bewegung hat. Wenn ein Patient Schlüsselsätze wie „Ich kann nicht mehr aus dem Auto aussteigen, ohne meinen Fuß mit hinauszuheben“ sagt, werde ich hellhörig. Dazu nutzen wir eine Reihe körperlicher Untersuchungen und manueller Provokationstests.Und natürlich die bildgebenden Verfahren, wie MRT oder CT, um andere Krankheiten auszuschließen.

7. Wie sieht die Therapie aus?

Für Diagnose und Therapie nutzen wir die Infiltrationstechnik – eine Spritze, die punktgenau in das Gelenk führt. Diese Behandlung dient der kurzfristigen Diagnose, aber auch der langfristigen Therapie, denn bei der Infiltration werden entzündungshemmende Stoffe in das Gelenk gespritzt. Diese Behandlung führen wir drei Mal durch und in dieser Zeit beobachten wird das Schmerzverhalten der Patienten sehr genau. Parallel starten wir mit einer physiotherapeutischen Behandlung.

ISG-Syndrom8. Wann wird operiert?

In etwa 10% der ISG-Fälle können wir allein mit der Infiltration kein zufriedenstellendes Ergebnis erreichen. Dann ziehen wir eine Operation in Betracht. Der Eingriff dauert nur eine halbe Stunde. Dabei setzen wir kleine stabilisierende Titanimplantate ein. Das Gelenk wird so komplett ruhig gestellt. Nach 4-5 Tagen ist der Patient extrem schmerzreduziert.

9. Was fasziniert Sie an dem Thema?

Das ISG ist ein hinterhältiger Gegner, dem schwer auf die Schliche zu kommen ist. Es kann die meisten Symptome imitieren, die auch von der Wirbelsäule ausgelöst werden. Hinter den Patienten liegt oft ein langer Leidensweg. Sie sind zermürbt vom Schmerz und unzähligen Arztbesuchen, bis sie endlich den Weg zum Wirbelsäulenspezialisten finden. Einer meiner Patienten konnte aufgrund seiner Beschwerden seit fünf Jahren nicht schlafen. Keiner konnte helfen. Nach der ISG-Diagnose startete ich sofort mit der Behandlung. Der Mann war zum ersten Mal seit Jahren wieder schmerzfrei, konnte schlafen – und das bis heute. Er hat geweint vor Glück. Das bedeutet mir viel.

10. Was kann das Wirbelsäulenzentrum am Stiglmaierplatz für ISG-Patienten tun?

In unserem Zentrum für Rückenbeschwerden kann alles an einem Ort erledigt werden. Wir bieten alle Formen der Behandlung, von der Diagnostik mit MRT und CT, der Physiotherapie, bis hin zu speziellen Schmerztherapien und letztlich auch minimalinvasiven Methoden. Unser oberstes Ziel ist: Wir helfen all unseren Patienten schmerzfrei zu leben – und sollte es das ISG-Syndrom sein, werden wir auch das erkennen und richtig behandeln.

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